Am dritten Mai bin ich wohlbehalten in Darwin angekommen. Zwar hat die nördlichste Stadt Australiens nur etwa 120tausend Einwohner, aber wenn man über Wochen kaum einen Menschen zu Gesicht bekommt, dann ist man froh und glücklich, überhaupt unter Menschen zu sein. Der letzte Streckenabschnitt hat mir körperlich und mental einiges abverlangt. Neben der gewöhnungsbedürftigen Isolation sind mein Rad und ich auch extrem tropischen Wetterverhältnissen ausgesetzt. Vor wenigen Tagen geriet ich mitten in ein Gewitter, das man sich aber nicht so vorstellen darf, wie ein Gewitter in Deutschland: Es donnerte aller drei bis fünf Sekunden und die Blitze schlugen nur wenige hundert Meter von meinem Zelt ein. Vom Regen ganz zu schweigen. Ist Euch übrigens klar, dass ich im letzten Streckenabschnitt die 9000 und 10.000 Kilometer Marke geknackt habe? Wow! Die nächsten vier Wochen werden noch einmal hart: Wieder geht es durch Niemandsland und wieder werde ich ohne Kommunikation und Kontakte auskommen müssen. Viele Grüße Maximilian
What a Trip - Around Oz
auf einem E-Bike 18.000 Kilometer um Australien
Freitag, 4. Mai 2012
Montag, 16. April 2012
Broome
Die letzten Tage haben eine Menge abverlangt - von mir, dem Team, meinem Bike und dem Auto. Wir sind vor einer Woche von Port Hedland nach Broome aufgebrochen. Begleitet von ständigem Gegenwind fuhr ich tagein tagaus durch das Nichts. Die größte Herausforderung bei diesem Streckenabschnitt ist nicht die Frage, ob man es körperlich schafft. Vielmehr ist es eine Frage des Kopfes. Was machst Du, wenn Du durch eine monotone Landschaft (wir sind lediglich an zwei Tankstellen vorbeigefahren) fährst? Du zählst die Mittelstreifen und fragst Dich, wie viele Mittelstreifen, es wohl auf 10 km gibt und wieviele Du in fünf Minuten passieren kannst. Und treten, treten, treten. Nach einer gefühlten Ewigkeit, dann der Blick auf den Tacho: Erst 5 km? Das kann nicht sein! Ich schaffe im Schnitt 150 km am Tag. Auch wenn 600 km nicht viel klingen mögen: In genau diesen Situationen ist es wichtig, mich auf mein Team und das Material 100%ig verlassen zu können. Und ich bin echt stolz auf Frank, Marion und mein Bike. Doch es gibt auch positive Nachrichten: Gestern hatten wir mit 35 Grad den kältesten Tag seit Ewigkeiten. Manchmal ist es nämlich so heiß, dass ich Nachts aufstehe und mir eine Dusche gönne. Und dann sind da noch die Moskitos, die einem am Abend ungefragt besuchen. Ins Zelt können wir immer erst sehr spät, da es einfach zu heiß ist. Ich habe daher beschlossen, meinem Team etwas besonderes zu gönnen: Wir übernachten in Broome auf einem Campingplatz, wo wir uns einen Wohnwagen (mit Klimaanlage) gemietet haben. Entschädigt wurden wir durch einen wunderschönen Strand und den Besuch auf einer Krokodilfarm sowie Nachrichten von zu Hause: Es geht allen gut, ich bekomme erste Einladungen zu Vorträgen, Messen und Shootings. Am Mittwoch brechen wir nach Darwin auf. Das wird eine echte Durststrecke. Um diesen Abschnitt sicher zu überstehen, haben wir das Auto noch einmal durchsehen lassen, das Bike geprüft und die Vorräte aufgefüllt. Viele Grüße Euer Maximilian
Samstag, 7. April 2012
Lebenszeichen
Nach langer Zeit möchte ich Euch wieder einmal ein Lebenszeichen senden. In den letzten Tagen war eine Menge los und es war auf keinen Fall nur lustig. Der Reihe nach: In Geraldton (A) wurden wir von Fiona und Damon eingeladen, in ihrem Garten zu campen. Die beiden arbeiten als Lehrer, haben zwei Töchter und sind selbst sechs Monate durch Europa geradelt. So hat man gleich ein spannendes Thema und es war nie langweilig. Eigentlich wollten wir ja nur eine Nacht bleiben, aber unser Auto ist durch den TÜV gefallen, so dass wir am Ende drei Tage geblieben sind, die wir zur Erholung und Vorbereitung genutzt haben. Das war auch bitter nötig, denn auf dem Weg von Geraldton nach Carnavon (B, 480 km) hatte ich sehr starken Gegenwind. Das geht tierisch an die Substanz.Carnavon ist eine ca. 5000 - Seelen Gemeinde an der Mündung Gascoyne River. Der Gascoyne führt nur etwa 120 Tage im Jahr Wasser, was die Wasserversorgung der Farmen zu einer großen Herausforderung macht. Führt der Fluß kein Wasser, müssen sich die Farmen (u.a.Melonen, Bananen, Mangos und Tomaten) des Grundwassers bedienen.Von Carnavon ging es weiter nach Coral Bay (C), um das bekannte Ningaloo Reef zu erkunden. Was für Queensland das Great Barrier Reef in Western Australia das Ningaloo Reef. Dabei handelt es sich um ein ca. 250 km langes Korallenriff an der Coral Coast. Anders als das Great Barrier Reef ist das Weltkulturerbe sehr strandnah gelegen, wie ich Euch in Folge 19 meines Internettagebuches zeigen werde. Leider blieben wir länger in Coral Bay als geplant, denn das Auto war wieder mal kaputt. Durch die lange Warterei (fast eine Woche), Hitze und Wind ist die Stimmung im Team sehr angespannt. Klar, wir leben ja seit Dezember auf engstem Raum und teilweise harten Bedingungen zusammen.
Zum Glück sind wir jetzt wieder "On the Road". Euch ein frohes Osterfest und schöne Feiertage! Maximilian und Team!
Dienstag, 20. März 2012
Geraldton ich komme!
Ich hatte heute gigantischen Rückenwind, bei dem ich ohne Probleme 132 km geschafft habe. Und trotzdem ist es schon jetzt eine Höllentour: Kaum Bäume, wenig Schatten, bei 35 Grad. Weil keine Entspannung in Sicht ist, fahren ich sehr früh los. Ich campe direkt neben indischen Ocean und höre die Wellen rauschen. Ich hoffe auf eine windstille Nacht. Morgen werde ich dann Geraldton erreichen.
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